Oasentage im Winfriedhaus

Schaufel, Schweiß und Spitzhacke – Zum Oasenwochenende wurde angepackt!

Im Winfriedhaus haben Jugendliche 4 Tage lang an der Zukunft des Jugendhauses getüftelt und mit viel Elan erste vorbereitende Arbeiten zur Umsetzung von Brandschutzauflagen erfüllt.

Oase schaffen und erleben hieß es am Himmelfahrtswochenende im Winfriedhaus. Nach der Entscheidung, dass es mit dem Jugendhaus jetzt definitiv weitergeht bildete das öffentliche Hearing zur Sanierung des Hauses am 25.Mai (http://www.bistum-dresden-meissen.de/aktuelles/ein-offenes-haus-fuer-junge-menschen.html) den Startschuss für dessen konkrete Bauplanung und pastorale Konzeptionierung.
Gleichzeitig war es Auftakt des „Oasenwochenendes“ für knapp 30 Jugendliche und junge Erwachsene. Nachdem der Bischof und die zahlreichen anderen hörenden und vortragenden Besucher abgereist waren ging es für die Jugendlichen intensiv weiter. Sie machten sich Gedanken zur Identität des Hauses und der Jugendseelsorge. Zusammen mit Michael Hoeft, dem Bauleiter für die Brandschutzertüchtigung entwickelten sie erste Grundriss-Ideen. Wo erleben wir schon Oase? Wo herrscht Dürre? Was braucht es, um die Wüste blühen zu lassen? – das waren Leitfragen der thematischen Arbeit.

Ab Freitag wurde im und um das Haus gemeißelt, gebuddelt, geschwitzt, gesungen, getanzt, geputzt, geschleppt, gestrichen, gehämmert…

Vor dem Haus wurden Spitzhacke, Schaufel und Schubkarre geschwungen. Die Kinder der Passanten spielten begeistert in den sich auftürmenden Erd- und Schutthaufen. Es muss ein amüsanter Anblick gewesen sein: bunte Sonnenschirme rund um das Jugendhaus. Darunter ein Dutzend verrückter Jugendliche, die mit Gute-Laune-Musik, einer gehörigen Portion Motivation und einer Prise Übermut rings um das Haus hüfttief in einem Graben stecken, das Erdreich mit Schwung zutage förderten und dabei auch noch Spaß hatten.

Zwischendurch kann man sich da schon mal ein Päuschen gönnen und die vielfältigen Einsatzmethoden von Schubkarren bestaunen: So eignen sie sich nicht nur zum Abtransport von Steinen und Erde, sondern bieten sich auch prima als Sessel oder zum Kräftemessen und Schubkarrenrennen an.

Von den Balkonen kamen ab und zu unerwartete Wasserduschen auf die Arbeiter – eine gelungene Abkühlung in den heißen Sommertagen. Dort oben wurden die Balkonbretter ausgehoben, sauber gemacht und neu gestrichen.

Über den Graben gesprungen und im Haus angekommen war in fast meditativem Intervall Metall auf Stein prallen zu hören. Immer den Ohren nach: Katharina, Max und Vincent meißelten neue Kabelkanäle in die Wand, um die Brandmeldeanlagen ein Stück nach oben zu versetzen.

„Achtung! Tritt nicht ins Leere“, wurde ich gewarnt als ich den Geräuschen aus dem Garten auf den Grund gehen wollte. Dort erinnerten die jungen Arbeiter ein wenig an die Ghostbusters. In praller Sonne hoben sie die Terrassenteile aus, reinigten die Planken und machten dem Hausmeister damit eine riesen Freude.

 

Selbst im Keller wurde gewerkelt: Rost ab, Lack ran – klingt leichter, als die Umsetzung!

Bis in den Abend hinein waren einige nicht von der Arbeit loszureißen. „Das wollen wir jetzt fertig bekommen“, war die Antwort auf den dezenten Hinweis, dass es jetzt Abendbrot gäbe. Und so bildete sich spontan ein musikalischer Fanclub der letzten Arbeiter im Graben – mit Bongos, umgedichteten Fangesängen und einer Laola-Welle wurden diese angefeuert und motiviert.

Weil Pausen gnadenlos durchgeackert wurden war abends Verwöhnprogramm angesagt. Das Wetter belohnte unseren Einsatz mit idyllischen Stunden beim Sonnen im Garten und einer kurzen Abkühlung in der Weißeritz. Frühstück in der Morgensonne, Handmassagen, Lagerfeuer und Stockbrot rundeten die gemeinsame Zeit ab.

Am Sonntag erinnerten Schaufel und Spitzhacke als Kreuz und die Schubkarre als Kerzenständer an die gemeinsame Arbeit, die wir mit in die Wort-Gottes-Feier mitbrachten. Ganz im Sinne der vergangen Tage fand diese am Brunnenstein im Garten statt und auch unsere neuen besten Freunde, die Sonnenschirme waren dabei.

Selber machen schafft Gemeinschaft und Identität – Das war einstimmige Meinung nach dem Wochenende: „Wir wollen so viel wie möglich selber machen: Betonieren, Durchbrüche, Wände streichen, Betten und Möbel bauen – Lieber in Technik für´s Bauen und Referenten, die uns zeigen, wie´s geht investieren als in eine Firma!“, resümiert Johannes Müller.

Am darauffolgenden Wochenende schachteten einige motivierte Teilnehmende noch weiter. Danke an Vincent, Johannes, Katharina.

Zurück blieb das geniale Gefühl gemeinsam richtig etwas vorangebracht zu haben und eine Menge Lust auf folgende ähnliche Aktionen. Gemeinsam etwas tun, um Oase für sich und andere zu schaffen!

KO