Mimimi – Werkstatttage der Dekanatsjugend Bautzen-Zittau

Unter dem Thema „Mimimi“ fanden am vergangenen Wochenende, 12. bis 14. Januar, die Werkstatttage der Dekanatsjugend Bautzen-Zittau im Winfriedhaus statt. Gejammert wird oft, viel zu oft. Daher beschloss der DJHK (Dekanatsjugendhelferkreis), sich mit diesem Thema einmal bei den Werkstatttagen auseinanderzusetzen. Nach einigen Kennenlernspielen am Freitagabend sowie einer Einführung in das Thema setzten sich dann die mehr als 40 Jugendlichen und jungen Erwachsenen am Samstag intensiv mit dem Thema auseinander. Allein die Teilnehmerzahl, die im Vergleich zu den anderen Jahren um mehr als 1/3 gesunken war, hätte uns Grund genug zum Jammern gegeben, aber die Situation auch nicht wirklich verändert.

Um einen etwas anderen Blick auf das Leben zu bekommen, erzählte uns ein Student am Vormittag von seinem Auslandsjahr in Ghana. Die Menschen dort haben überwiegend deutlich weniger als wir hier in Deutschland, und dennoch machen sie einen deutlich glücklicheren und zufriedeneren Eindruck. Auch wenn der Strom für ein paar Stunden oder das Wasser sogar mal drei Wochen lang abgestellt wird, wissen sich die Leute zu helfen und verlieren nicht den Lebensmut. Hier bei uns wäre das schon eine mittlere Katastrophe, wo wir aus dem Jammern und Selbstmitleid gar nicht mehr so schnell herauskommen würden.
Aber wäre es nicht viel sinnvoller, den Blick für das Wesentliche zu schärfen, als oft nur zu jammern (z.B. über den Erkundungsprozess und die Neugründungen bzw. Neustrukturierungen unserer Pfarreien)? Genau um diese Frage ging es am Nachmittag. In Kleingruppen kamen wir ins Gespräch, was für uns wirkliche Probleme und Sorgen sind und wie wir damit besser umgehen können, ohne im Jammern zu versinken. Im Anschluss daran gab es verschiedene Workshops, angefangen von einer Meditation, über das Herstellen von Stressbällen, das Vorbereiten des Abendessens und des Abendprogramms bis zum kreativen Gestalten bzw. Verzieren eines Terminkalenders.
Nach einem üppigen Abendessen, einem bunten, teilweise sehr anstrengenden Abendprogramm (bei dem nicht gejammert wurde) sowie einem nachdenklich stimmenden Abendgebet fand der Tag seinen Ausklang mit Tanz, Spiel und Spaß.

      

 

 

Der Sonntag schließlich war geprägt von der Vorbereitung und dem Feiern der Hl. Messe. In dem Gottesdienst beschäftigten wir uns noch einmal mit dem Jammern. Letztendlich zieht es uns nur runter, hilft uns nicht weiter und versperrt uns den Blick für lebensentscheidende und lebenswichtige Dinge wie z.B. der ganz eigenen Berufung, die wir dann evtl. gar nicht richtig in den Blick nehmen können, wie es z.B. der Prophet Samuel getan hat.
Leicht übermündet, aber gestärkt durch viele schöne Erlebnisse und Begegnungen, hieß es nach dem Mittagessen für uns alle, Abschied zu nehmen vom Winfriedhaus und wieder zurück nach Hause und in den Alltag aufzubrechen. Aber die nächsten Werkstatttage unseres Dekanats lassen ja gar nicht so lange auf sich warten. Im Mai gibt es schon die Nächsten, bei denen in irgendeiner Form auch der Schneemann Olaf eine Rolle spielen wird.

Text: Kaplan Sebastian Eisner

Fotos: Luisa Vogt und Sebastian Eisner

Dieses Bildungswochenende war eine Kooperationsveranstaltung der AKD. Es wurde mit Fördermitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz unterstützt und aus Mitteln des Bistums Dresden-Meißen kofinanziert.