Dein.Teller(rand). – Essen für die Umwelt –

Stichwort „Du bist, was du isst“
Das Thema Nachhaltigkeit klingt immer so riesengroß, ungreifbar und nervig-belehrend. Dabei haben wir bei jeder Mahlzeit die Chance, einen kleinen Schritt in Richtung schöpfungsbewahrende Wirtschaft zu machen.
Denn: Mit jedem Einkauf investieren wir in den Herstellerkonzern der gekauften Produkte. Auch hier gilt „Der Kunde ist König“. Wenn wir als Kunden auf nachhaltige Produktion und gute Qualität achten, werden auch Hersteller darin investieren.
Bis das Essen auf unseren Tellern landet, wird viel Energie verbraucht: Vom Düngemittel, über Pestizide, Transport, Verarbeitung, Lagerung bis zum Kochen auf dem eigenen Herd. Und zwischendrin oder am Ende des Weges heißt es dann immer wieder „Tonne statt Teller“.
Viele Anknüpfungspunkte um da was anders zu machen also.
Das haben sich auch einige Bio-Verbände gedacht und zeigen wie´s auch anders geht. Schnelle, visuelle Hilfe sollen verschiedene Zertifizierungen auf Lebensmitteln bieten. Da jede Organisation jedoch seine eigenen Siegel entwickeln darf, wird die Orientierung mit den kleinen, bunten Bildchen langsam unübersichtlich.
Wo liegt also der Unterschied zwischen Bildchen, die mir ein gutes Gewissen suggerieren wollen und solchen, die tatsächliche Nachhaltigkeit garantieren?
Hier also ein paar Anregungen für deinen Handgriff ins Regal…

Deine Fakten

Tierisch – pflanzlich
Tierische Nahrung, besonders Fleisch zu reduzieren oder ganz zu streichen bringt nicht nur dem Körper sondern vor allem der Umwelt sehr viel. Das kann bis zu 20% der Emissionen im Bereich Ernährung einsparen. Abgesehen von nicht artgerechter Haltung in der konventionellen Fleisch“produktion“, spart man sich mit einer fleischarmen oder vegetarischen Lebensweise ein Vielfaches an Energie und klimaschädlichen Gasen.

Region und Saison
Obst und Gemüse außerhalb der Saison ist entweder über große Strecken gereist, stammt aus beheizten Treibhäusern oder lagerte über Monate im Kühlhaus. Das verbraucht immens viel Energie.AUFGEPASST: Regional ist aber nicht immer klimafreundlicher. „Äpfel aus der Region zum Beispiel müssen das ganze Jahr über in Kühlhäusern und unter sauerstoffarmer Atmosphäre gelagert werden. (…) Wenn sie bis zum Frühsommer des nächsten Jahres gelagert werden, verbrauchen deutsche Äpfel ähnlich viel Energie wie der Schiffstransport frischer Äpfel von der Südhalbkugel. Es ist daher sinnvoll, darauf zu achten, welche Produkte gerade Saison haben.“ 1

Bio, Öko, … Was heißt das jetzt eigentlich?
Der Begriff „bio“ ist gleichzusetzen mit „öko“ und laut EU-Verordnung durch verschiedene Mindestkriterien gesetzlich geschützt. Zwischen den Bio-Siegeln gibt es aber teilweise große Unterschiede.
Das EU-Bio-Siegel befasst schreibt Richtlinien zu artgerechter Tierhaltung, Einsatz von Zusatzstoffen und Pestiziden, Gentechnik und ökologischer Landwirtschaft vor.
Bio-Anbau reduziert Emissionen, schont Böden und Grundwasser und fördert die Artenvielfalt. Tiere dürfen nur im Notfall Antibiotika gespritzt werden, Fruchtfolgen sind geregelt und chemische Pflanzenschutzmittel sind gestrichen. Die EU-Bio-Zertifizierung schreibt außerdem Höchstgrenzen der Tiere pro Hektar und Verwendung von Bio-Futtermitteln ohne leistungsfördernde Zusätze vor. Und das wird mindestens einmal im Jahr geprüft.
Verschiedenen Bio-Anbauverbänden war das nicht genug. Demeter, Bioland und Naturland zum Beispiel stellen weit über die Ansprüche des EU-Bio-Siegels hinaus Anforderungen an Tierhaltung und Zusatzstoffe und engagieren sich in zusätzlichen Bereichen der Lebensmittelproduktio
Naturland zertifiziert Produkte, die mehr sind als Mindest-Bio:
Höhere Öko-, Sozial- und Fair-Richtlinien

  • Höhere Öko-, Sozial- und Fair-Richtlinien
  • Als erstes Bio-Zertifikat: Sozialstandards für menschenwürdigere Arbeitsbedingungen
  • Umstellung des gesamten Betrieb auf biologische Anbaumethoden
  • deutlich strengere Tierbesatz-Obergrenze und Richtlinien bei der Fütterung
  • Zulassung von etwa halb so viele Lebensmittel-Zusatzstoffe wie bei EU-Bio
  • Strenge Richtlinien für tropische Dauerkulturen wie Tee und Kaffee

Dein Handgriff
Weniger Fleisch – Weniger Emission
Der Griff nach Fleisch, Milch und Eiern muss nicht unterbleiben, sollte aber ganz entschieden nach dem Motto „Seltener und dafür Gutes“ in den Einkaufsbeutel wandern. Halte bei tierischen Produkten Ausschau nach demeter-, Bioland- und Naturland-Produkten! Da wird neben ökologischen Kriterien besonders auf artgerechte Haltung geachtet.

Du kannst dir vorstellen, vegetarisch mal auszuprobieren, Tofu ist aber nicht so dein Ding? Muss auch nicht sein! Mit Schafskäse, getrocknete Tomaten, gebratenem Gemüse vermisst man in Aufläufen, Nudelsaucen und co schnell nichts mehr. Geniale Rezepte gibt’s HIER.
Ganz interessant ist auch sowas, um zu wissen, wo´s herkommt :

Kein Hin- und Her mehr
Emissionen durch den Transport verringern und die heimische Landwirtschaft stärken ist nicht so schwer:
Läden wie die Verbrauchergemeinschaft (VG) oder die „Vorratskammer“ verkaufen ausschließlich ökologisch erzeugte und regionale Produkte. Check HIER deine Stadt.
Übersichten, was jetzt eigentlich gerade wächst gibt´s bei der Verbraucherzentrale oder HIER.
Bauern in deiner Region bieten auch im Internet ihre Produkte an. Guck dich mal bei den Marktschwärmern um.
Bestellt doch in der Jugend, der Familie oder der WG einfach mal ´ne Ökokiste: Sie liefern dir saisonales Obst und Gemüse von Bauern aus deiner Region zu dir nach Hause.

Fair Play!
Kaffee, Kakao, Bananen,… – Manches gibt es eben nicht aus der Region und es ist einfach zu lecker um drauf zu verzichten. Fairtrade-Vereinigungen setzen sich unter anderem für ökologische Ziele, stabile Preise und faire Arbeitsbedingungen ein.
Diese Produkte gibt es auch fair produziert:

Mein Lieblingsrezept: Heiße Fair-Schokolade

Dafür brauchst du:
– 2 TL Fairen (Back-)Kakao (den gibt es auch bei REWE und co.)
– 3 TL braunen Rohrzucker (der schmeckt besser und ist gesünder als Rübenzucker)
– 1 Tasse frische BIO-Vollmilch
– eine Prise Zimt
– 2 min Zeit für die Mikrowelle
– 1 Löffel
– eine Hand zum umrühren

Teller statt Tonne!
Du hast Essen übrig und es soll nicht in den Müll wandern? Bei foodsharing kannst du es in „digitale Essenskörbe“ packen und verschenken oder stöbern, was du bei anderen retten kannst.
Durch einen fair-Teiler könnt ihr in eurer Gemeinde für nachhaltigen Lebensmittelkonsum und Tauschmöglichkeiten von ungenutztem Essen für die ganze Nachbarschaft sorgen.
Anleitungen dazu gibt’s HIER.
Auch die Verpackung von Lebensmitteln stellt einen unnötig riesigen Müllfaktor dar. Verzichte doch bei Gemüsekäufen auf die Plastiktüten und steck dir deine immer wieder in die Tasche.
Kennst du sogenannte Unverpackt- bzw. Loseläden in deiner Stadt? Zum Beispiel hier:

  • Dresden: Böhmische Straße 14
  • Leipzig: Könneritzstraße 88 oder Kochstraße 6

 

Siegel-Check App
Dir ist das mit den Lebensmittelsiegeln immer noch unklar?
Dann lad dir die Siegelcheck-App von NABU runter! Ob als Foto beim Einkaufen oder zum Nachlesen in der Bahn: HIER werden die Bildchen übersichtlich verglichen und bewertet.

Weitergedacht
Wastefree shopping

Fairtrade-Bedingungen:

Fleisch und die Umwelt:

Filmtipp „Plastic Planet“

Liebe Grüße
Du hast noch Ideen oder Ergänzungen zu dieser Ausgabe? Immer her damit! Schreibt gern an Klara.Otto@ordinariat-dresden.de