Das war er! Der WJT 2019 in Panamá!

„Ihr seid nicht die Zukunft, sondern das Jetzt Gottes!“

Mit diesen Worten ermutigte Papst Franziskus hunderttausende junge Pilgerinnen und Pilger auf der Abschlussmesse des XXXIV. Weltjugendtages vom 22. – 27.01.2019 in Panama, sich als aktive Akteure und Gestalter von Gesellschaft zu begreifen und sich bereits im Hier und Heute für ihre Überzeugungen einzusetzen. Die Erwachsenen forderte das Kirchenoberhaupt im Gegenzug dazu auf, Voraussetzungen und Chancen für junge Menschen zu schaffen, damit diese sich einbringen und beteiligen können.

Unter den Pilgerinnen und Pilgern, die diese Worte hörten und sich davon inspirieren ließen, waren auch 42 junge Menschen aus den Bistümern Dresden-Meißen, Erfurt und Görlitz, die sich rund zwei Wochen zuvor gemeinsam auf die weite Reise in das lateinamerikanische Land gemacht hatten.

Gemeinsam mit über 100.000 Jugendlichen aus mehr als 150 Ländern, davon allein 2300 Pilger aus Deutschland, feierte unsere Gruppe dort ein beeindruckendes Glaubensfest junger Menschen aus ganz verschiedenen Kulturen, die sich hier friedlich und voller Lebensfreude begegneten.

Tatsächlich kam es hier nicht nur zu einem „Treffen“, sondern zu wirklichen „Begegnungen“ unter Menschen, wie wir besonders während der vorbereitenden „Tage in den Diözesen“ erfahren durften. In dieser Woche lebten wir in Gastfamilien der Diözese Santiago de Veraguas, die uns herzlich und voller Vorfreude empfingen. In dem mit viel Liebe vorbereiteten Programm dieser Tage konnten wir Traditionen, Alltag, Essen (viel Essen!), Glaube und Lebensgefühl der Panameños kennenlernen. Ebenso konnten wir von unserer Kultur berichten, gemeinsam beten, singen und tanzen (besonders bei Letzterem zeigte sich schnell eine unterschiedliche kulturelle Begabung, daher kam auch das Lachen nicht zu kurz…) und so neue Freundschaften wachsen lassen.

Die darauf folgende Woche mit der WJT-Hauptveranstaltung  in der Landeshauptstadt Panama City stand unter dem Motto „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1, 38). Katechesen sowie die großen gemeinsamen Veranstaltungen widmeten sich vorrangig der Frage nach der eigenen Berufung im Leben, „Gott werbe um uns und sei kreativ“, so der Zuspruch eines Bischofs an die deutschsprachigen Jugendlichen. In den Ansprachen des Papstes wurde auch seine Aufforderung deutlich, an die Ränder der Gesellschaft zu gehen, Solidarität mit den Schwachen zu leben, Brücken statt Mauern zu bauen und auf ein Zusammenleben in Gemeinschaft ohne Ausgrenzung zu setzen.

Wie wichtig diese Worte sind, zeigte sich unserer Gruppe nocheinmal deutlich, als wir die Gelegenheit hatten, ein von dem Lateinamerikahilfswerk Adveniat unterstütztes Projekt am Rande der Hauptstadt zu besuchen: die indigene Jugendpastoral engagiert sich dort dafür, dass junge Menschen der stark diskriminierten indigenen Bevölkerungsgruppe der Kuna ihre kulturelle Identität (wieder)entdecken und mit Selbstbewusstsein weitertragen können, ohne dabei einen gesellschaftlichen Ausschluss zu riskieren.

So erlebte unsere Pilgergruppe Wochen voller intensiver und zum Teil gegensätzlicher Eindrücke: Armut und Reichtum, wunderschöne Natur und Müllberge, mitreißende Lebensfreude und schwere Bedingungen im Alltag der Einheimischen, tief verwurzelte Religiosität und gesellschaftliche Ungerechtigkeit. Um all das besser verarbeiten und reflektieren zu können, waren uns im Anschluss glücklicherweise noch einige Tage im Hotel in der Provinz Colón gegönnt, die wir als Gruppe gut zum Erholen und Austausch des Erlebten nutzen konnten.

Dabei wurde deutlich, dass bei den jungen Menschen vor allem ein Gefühl der Dankbarkeit, der Inspiration und Freude und ein Gefühl von innerem Wachstum geblieben ist.

¡Gracias por todo, Panamá!

Franziska Wagler